Kaufnebenkosten beim Hauskauf und Wohnungskauf in Österreich
Stand: Oktober 2026 · allgemeine Information, keine Rechts- oder Steuerberatung
Der Kaufpreis ist nur ein Teil der Kosten. Wer eine Immobilie kauft, sollte die Nebenkosten von Anfang an einrechnen, damit die Finanzierung am Ende passt.
Die einzelnen Posten im Überblick
- Grunderwerbsteuer: in der Regel 3,5 % des Kaufpreises
- Eintragung des Eigentumsrechts im Grundbuch: üblicherweise 1,1 %
- Vertragserrichtung und Treuhandabwicklung durch Notar oder Rechtsanwalt
- Maklerprovision, falls ein Makler vermittelt hat
- Pfandrechtseintragung und Bearbeitungskosten, wenn ein Kredit aufgenommen wird
Wie viel sind das insgesamt?
Als Faustregel liegen die Nebenkosten oft bei sieben bis zehn Prozent des Kaufpreises, bei einem Kredit eher darüber. Bei 300.000 Euro Kaufpreis sind das 21.000 bis 30.000 Euro, die Sie zusätzlich aufbringen müssen.
Wohnung oder Haus: Unterschiede
Bei einer Eigentumswohnung kommen laufende Betriebskosten und die Rücklage der Eigentümergemeinschaft hinzu. Beim Haus tragen Sie Instandhaltung, Heizung und Versicherungen selbst. Beides gehört in die Rechnung, bevor Sie zusagen.
So behalten Sie den Überblick
Legen Sie eine einfache Tabelle an: Kaufpreis, Nebenkosten, Eigenmittel, Kreditrate und Reserve. Prüfen Sie, ob die Rate auch bei höheren Zinsen tragbar wäre. Einzelheiten und aktuelle Regeln klären Notar, Bank und Steuerberater.
Rechenbeispiel Eigentumswohnung für 250.000 Euro
- Grunderwerbsteuer 3,5 %: 8.750 Euro
- Eigentumsrecht im Grundbuch 1,1 %: 2.750 Euro
- Vertragserrichtung, angenommen 1,5 % plus Umsatzsteuer: rund 4.500 Euro
- Maklerprovision, falls vom Käufer zu tragen, 3 % plus Umsatzsteuer: 9.000 Euro
Das ergibt rund 25.000 Euro, also etwa zehn Prozent. Mit Kredit kommen Pfandrechtseintragung und Bearbeitungskosten hinzu. Es ist ein Beispiel mit Annahmen.
Laufende Kosten nicht vergessen
Nach dem Kauf zahlen Sie Betriebskosten, bei Wohnungen die Rücklage der Eigentümergemeinschaft und Instandhaltung, bei Häusern Heizung, Versicherung und Reparaturen. Eine Faustregel: Planen Sie jährlich einen Teil des Kaufpreises für Instandhaltung ein. Wie viel das ist, hängt vom Zustand ab.
Checkliste vor der Kaufentscheidung
- Eigenmittel für Kaufpreisanteil und alle Nebenkosten vorhanden
- Kreditrate und Reserve auch bei höheren Zinsen tragbar
- Energieausweis, Grundbuchauszug und Betriebskostenabrechnung geprüft
- Kaufvertrag von Notar oder Rechtsanwalt erklären lassen
Häufige Fragen
Wie hoch sind die Nebenkosten beim Wohnungskauf in Österreich?
Als Orientierung rund sieben bis zehn Prozent des Kaufpreises: Grunderwerbsteuer, Grundbucheintragung, Vertragserrichtung und gegebenenfalls Maklerprovision.
Sind die Nebenkosten beim Hauskauf anders als bei der Wohnung?
Die gesetzlichen Posten sind gleich. Beim Haus tragen Sie danach Instandhaltung, Heizung und Versicherungen selbst, bei der Wohnung zahlen Sie Betriebskosten und Rücklage.
Kann ich die Nebenkosten mitfinanzieren?
Banken erwarten meist, dass die Nebenkosten aus Eigenmitteln bezahlt werden. Fragen Sie Ihre Bank früh.
Muss ich beim Kauf von privat auch Nebenkosten zahlen?
Grunderwerbsteuer und Grundbuchgebühr fallen immer an. Eine Maklerprovision fällt nur an, wenn ein Makler beteiligt ist.
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